Die Herbst-Bilanz von LUV Graz-Coach Vidovic
Graz, 22.11.2011. Mit einer 1:4-Niederlage gegen Serienmeister Neulengbach verabschiedete sich Frauen-Bundesligist LUV Graz am 13. November in die Winterpause. Im folgenden Interview zieht Trainer Gerhard Vidovic Bilanz über die letzten Monate, spricht über die gute Entwicklung seiner jungen Spielerinnen, das steigende Interesse am Grazer Frauenfußball und die laufenden Planungen für die Rückrunde.
Der Fußball-Herbst ist Geschichte. Unterm Strich liegt LUV Graz auf Platz 8 der Frauen-Bundesliga und steht im Cup-Viertelfinale. Wie zufrieden kann man damit sein?
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Zu Saisonstart haben wir als Ziel für die Hinrunde eine Position zwischen dem fünften und siebenten Platz ausgegeben und wollten so viele Punkte am Konto haben, dass wir im Frühjahr mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben werden. Das ist uns leider nicht gelungen. Im Cup ist bisher alles nach Plan gelaufen.
Mit welchen Schwierigkeiten hatte man in der Hinrunde zu kämpfen?
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Es war wieder ein großer Umbruch da und es sind viele Spielerinnen zum Verein gestoßen. Die Integration war etwas schwieriger als erwartet, trotzdem waren die Leistungen zum Saisonauftakt vor allem bei den Heimspielen sehr ansprechend. Leider hatten wir seit dem ersten Spiel, bei dem Torfrau Grossmann ins UKH eingeliefert werden musste, mit Verletzungen zu kämpfen. Und das waren fast alles langfristige Ausfälle wie etwa bei Fernitz, Buchegger, Ehgartner oder Weissensteiner.
Von Kontinuität konnte daher wohl keine Rede sein?
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Ganz genau. Durch die ständigen Umstellungen war es natürlich nicht einfach, ein eingespieltes Team auf`s Feld zu schicken. Andererseits hatte das auch etwas Positives für sich, denn junge Talente wie Maierhofer, Wurzinger und Starchl haben so ihre Chancen bekommen und sich in der ersten Elf etabliert.
Obwohl man sportlich hinter den Erwartungen geblieben ist, hat man den Eindruck, dass der Frauenfußball in Graz in dieser Saison einen Aufschwung erlebt hat.
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Das stimmt auf jeden Fall. Das mediale Interesse an den Mädels ist in dieser Saison so groß wie nie zuvor. Jede Woche wird in den Zeitungen berichtet, dazu gab es Radio-Auftritte, Interview-Anfragen, Fotografen und Journalisten bei den Spielen. Auch vereinsintern hat sich viel getan. Unsere Homepage ist sehr aktuell, wir sind auf Facebook aktiv und und dazu kann man die Zusammenfassungen unserer Heimspiele als Video im Internet anschauen. Das Interesse wächst ständig. Ich werde inzwischen immer öfter auf meine Mannschaft angesprochen und auch immer mehr von Leuten, die vor einigen Monaten nicht einmal wussten, dass es uns überhaupt gibt.
Aktuell ist mit Mariella Rappold eine Spielerin von LUV Graz von einer Zeitung sogar als „Grazerin des Jahres“ nominiert worden. In einer Kategorie wo sie Sport-Persönlichkeiten wie Sturm Graz-Legende Mario Haas, „Race Acress America“-Sieger Christoph Strasser und Olympia-Teilnehmern gegenüber steht.
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Ja, das ist natürlich eine schöne Sache und es zeigt auch, dass die Anerkennung für den Frauenfußball in der Öffentlichkeit immer größer wird. Und es ist nicht die erste Nominierung dieser Art. Bei der „Bruno Gala“ war mit Conny Haas ebenfalls eine LUV Graz-Stürmerin nominiert und sie hat dort auch den Preis für die „Spielerin der Saison“ abgeräumt. Derartige Auszeichnungen sind natürlich auch Motivation für alle jungen Spielerinnen.
Aufwärts geht es auch mit der österreichischen Frauen-Nationalmannschaft. Nach dem 1:0-Sieg in Portugal ist man voll im EURO-Rennen.
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Das kommt auch nicht von ungefähr. Es wird unter Trainer Thalhammer sehr professionell gearbeitet, die Spielerinnen fühlen sich vom ÖFB ernst genommen und respektiert. Das Team ist in dieser Zusammensetzung und mit diesem Umfeld auf einem sehr guten Weg und eine erfolgreiche Qualifikation würde dem Frauenfußball zu einem weiteren Auftrieb verhelfen.
Kommen wir wieder zurück zu Ihrer Arbeit bei LUV Graz. Was sind die nächsten Schritte?
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Das Mannschaftstraining startet wieder am 9. Jänner, aber auch bis dahin ist sehr viel zu tun. Es stehen noch Lauftests an und jede Spielerin bekommt einen individuellen Trainingsplan, der vom Sportwissenschaftler Bernhard Wolf und mir erstellt wird. Dazu möchten wir uns gezielt verstärken und wir sind derzeit in Gesprächen mit Spielerinnen, von denen wir denken, dass sie uns in der Bundesliga weiterhelfen können.
Wird es in der Vorbereitung auf die Frühjahressaison auch ein Trainingslager geben?
Gerhard Vidovic (Trainer LUV Graz): Es ist eines in Planung, denn ich finde es wichtig, die Mannschaft über einen längeren Zeitraum zusammen zu haben und auch im taktischen Bereich verstärkt mit ihnen zu arbeiten.
Danke für das Gespräch und alles Gute!
Mit Lisa Weißensteiner
stand eine Spielerin
von LUV Graz
im "Team der 15. Runde"
von www.fanreport.com.
Herzliche Gratulation!![]()







